Während Raucher vor 15 Jahren in Deutschland noch ein recht angenehmes Leben hatten, das Rauchen Teil des alltäglichen Lebens war und von der Gesellschaft akzeptiert wurde, so hat sich dieser Trend in den letzten Jahren glücklicherweise vollkommen gewendet, und das zum Positiven.
Diskussionen um Rauchverbote in Kneipen, längst eingeführte Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und eine immer weiter ansteigende Zahl der Nichtraucher sind die positive Entwicklung der letzten Jahre.
Als Raucher hat man es in Deutschland also nicht mehr leicht. Man darf nicht mehr überall dort rauchen, wo es früher problemlos erlaubt war, und wird stattdessen in die Raucherzone abgeschoben, falls es überhaupt noch welche gibt.
Unabhängig von den gesundheitlichen Schäden, denen der Raucher sich und seiner Umwelt mit seinem Nikotinkonsum antut, ist das Rauchen als solches auch ein recht kostspieliges Unterfangen. Immerhin kostet eine Packung mit 17 Zigaretten in Deutschland mittlerweile 4 €. Das macht 23,5 Cent pro gerauchter Zigarette. Bei einem Konsum von 1 Packung am Tag kommt monatlich immerhin die stolze Summe von 124 € zusammen!
Egal nun, ob gesundheitliche, soziale oder finanzielle Gründe ausschlaggebend sind, viele Raucher versuchen in regelmäßigen Abständen, besonders gerne jedoch zum Start eines neuen Jahres, mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis versprachen bisher Hilfe beim langsamen Nikotinentzug. Seit dem 1. März 2007 gibt es jedoch ein neues Präparat in Deutschlands Apotheken, das dem blauen Dunst bald ein Ende bereiten soll. „Champix“ heißt die Rauchentwöhnungspille und ist gegen Rezept in der Apotheke zu haben. Für die 14 Tagesdosis mit 25 Tabletten muss der besserungswillige Raucher jedoch stolze 55,11 € berappen. Auf den Monat hochgerechnet ist man also mit 110.22 € mit von der Partie.
Champix- Die Wunderpille für einen leichteren Nikotinentzug?
Aber wie soll „Champix“ wirken? Laut Angaben des Pharmakonzerns Pfizer, der EU weit die Zulassung für die Rauch-Entwöhnungspille erhalten hat, belegt der Wirkstoff Vareniclin die Rezeptoren im menschlichen Gehirn, an die normalerweise das Nikotin andockt. Es kommt also auch ohne die Einwirkung von Nikotin zur Stimulation der Rezeptoren und soll so zu einer Milderung möglicher Entzugssymptome führen. Gleichzeitig blockiert Vareniclin aber auch den Rezeptor, selbst wenn erneut Nikotin in Form einer Zigarette zugeführt wird. Die Zigarette, die aus Sicht des Rauchers zuvor ein Genuss war, soll so nicht mehr schmecken. „Champix“ kann also nur die körperlichen Symptome eines Nikotinentzugs mildern. Die psychische Komponente bleibt außen vor. Man darf gespannt sein, wie die Rauch-Entwöhnungspille „Champix“ in Deutschland einschlägt. Ob sie wirklich dazu beitragen kann den Entzug vom Nikotin positiv zu begleiten, oder ob sie nur ein Mittel von vielen ist und irgendwann in der Versenkung verschwindet, wird sich in den nächsten Jahren sicherlich herausstellen.