Herzinfarkt/ Myokardinfarkt
Beim Herzinfarkt, in der Medizin auch als Myokardinfarkt bezeichnet, stirbt ein Teil des Herzmuskels, aufgrund mangelnder Durchblutung ab. Die Durchblutungsstörung entsteht in der Regel durch den Verschluss oder eine extreme Verengung eines der drei Herzkranzgefäße, die für die Versorgung des Herzens mit Blut und Sauerstoff verantwortlich sind.
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Symptome eines Herzinfarkts
Die meisten Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, klagen über Brustschmerzen in unterschiedlich starkem Ausmaß, die bis in Arme und Beine ausstrahlen können. Einige Patienten beschreiben ein zusätzliches Beklommenheits- oder Beengtheitsgefühl im gesamten Brustbereich. In Folge dessen kommt es auch häufig zu Atemnot und Angstzuständen. Allerdings gibt es auch immer wieder Herzinfarktpatienten, die zunächst über keine akuten gravierenden Beschwerden berichten, bei denen im nach hinein jedoch ein Herzinfarkt diagnostiziert wird. Man spricht in solch einem Fall von einem „stummen Infarkt“.
Entstehungsursachen für einen Herzinfarkt
In den meisten Fällen entsteht ein Myokardinfarkt durch die Verkalkung und dadurch Einengung der Herzkranzgefäße. Man spricht hier auch von einer koronaren Herzkrankheit, oder in diesem Rahmen von der Arteriosklerose, die sich begrifflich jedoch auf die Verkalkung aller Gefäße im menschlichen Körper bezieht.
Gefürchtet ist im Rahmen der Gefäßverkalkung jedoch nicht nur die damit in Verbindung stehende Verengung des Gefäßes, sondern die Möglichkeit des Aufbrechens dieser Ablagerungen. Tritt dieser Fall ein, so wird die Blutgerinnung aktiviert und ein auf diese Weise entstehendes Blutgerinnsel kann zur kompletten Verschließung des Gefäßes führen.
Diagnose eines Herzinfarkts
Um einen Herzinfarkt diagnostizieren zu können, bieten die Symptome des Patienten, bereits erste Verdachtsmomente, die mit Hilfe unterschiedlichster Untersuchungsformen bestätigt oder verworfen werden müssen.
Mit Hilfe einer Elektrokardigrammuntersuchung (EKG) können die Aktivitäten der Herzmuskelfasern genauer untersucht werden. Eine Veränderung oder Hebung der so genannten ST-Strecke weist auf einen akuten Herzinfarkt hin.
Mit mehreren Blutuntersuchungen kann die Konzentration von Biomarkern erkannt werden, die durch das Absterben des Herzmuskels freigesetzt werden. Verfolgt man die Konzentration der Biomarker über einen längeren Zeitraum, so kann daraus auf den Verlauf des Herzinfarkts geschlossen werden.
Mit einer Echokardiographie kann untersucht werden, inwiefern es zu Wandbewegungsstörungen des Herzmuskels kommt, während mit einer Angiographie (Gefäßdarstellung), die im Rahmen einer Herzkathederuntersuchung gemacht wird, festgestellt werden kann, wo es zu Verschlüssen gekommen ist.
Therapiemöglichkeiten bei einem Herzinfarkt
Oberste Priorität, im Rahmen der Behandlung eines Herzinfarkts, muss die Öffnung der verschlossenen Blutgefäßstelle sein, um eine Durchblutung des Herzmuskels wieder gewährleisten zu können. Man spricht in diesem Fall auch von einer Reperfusionstherapie.
Eine Reperfusionstherapie kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen.
Durch die Verabreichung von gerinnungsauflösenden Medikamenten (Thrombolytikum) erhofft man sich die selbstständige Auflösung des Blutgerinnsels und dadurch die Öffnung der zuvor verstopften oder verengten Stelle des Herzkranzgefäßes. Oftmals wird ein Thrombolytikum bereits vom Notarzt verabreicht, um die Möglichkeit einer Gerinnungsauflösung zu maximieren.
Neben der Verabreichung von Medikamenten kann der Verschluss auch mechanisch, durch eine so genannte Ballondilatation, geöffnet werden. Mit Hilfe eines Herzkatheders wird ein Ballon an die betroffene Stelle im Herzkranzgefäß gebracht, und dort entfaltet. So dehnt sich die Gefäßwand und gibt die verstopfte Stelle oftmals wieder frei.
Vorbeugende Maßnahmen
Um einem Herzinfarkt wirkungsvoll vorbeugen zu können, sollte man in allererster Linie einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) vorbeugen. Dies kann man auf vielfältige Weise tun:
- Fettarme, ausgewogene Ernährung
- Kein Nikotinkonsum
- Vermeidung von zuviel Stress
- Vermeidung von Bluthochdruck
- Vermeidung von Übergewicht
- Regelmäßige Überprüfung des Cholesterinspiegel
Ratgeber Herzinfarkt: Vorbeugung, Fruherkennung, Behandlung, Nachsorge, Rehabilitation
Autor: Peter Mathes
Preis:EUR 19,95
Broschiert: 250 Seiten
Verlag: Steinkopff; Auflage: 5., überarb. A. (Feb. 2006)
Sprache: Deutsch
