Kreuzbandriss – Der Fluch des Sportlers
Was haben die Fußballspieler Phillip Lahm, Jens Nowotny und die Skifahrerin Maria Riesch gemeinsam? Richtig, alle drei Sportler erlitten in ihrer Karriere bereits einen oder sogar mehrere Kreuzbandrisse. Jens Nowotny führt die Liste der oben genannten Sportler mit insgesamt 4 Kreuzbandrissen an. Aber wen wundert es? Schließlich gehören Fußballspieler und Skifahrer zur Risikogruppe Nummer Eins in Sachen Kreuzbandriss, denn in kaum einer Sportart ist das Knie solchen Belastungen ausgesetzt. Aber ganz egal, ob Profi- oder Freizeitsportler, jedes Jahr erleiden ca. 80.000 Deutsche einen Kreuzbandriss. In den meisten Fällen reißt das vordere der beiden Kreuzbänder. In vielen Fällen kommt es jedoch auch einer Schädigung des Meniskus.
Während die Knie von Profisportlern, wie der alpinen Skiläuferin Maria Riesch, während eines Abfahrtrennens unglaublichen Kräften ausgesetzt sind, reißt das Kreuzband des Freizeitsportlers eher aufgrund dessen Untrainiertheit und dessen Selbstüberschätzung.
Besonders Klinkärzte in Skigebieten können jedes Jahr ein Lied davon singen. Dann pilgern nämlich die Freizeitskifahrer in die Berge, um dort ihren alljährlichen Skiurlaub zu verbringen. Untrainiert, in den meisten Fällen auch nicht aufgewärmt werden die eigenen Kräfte so in regelmäßigen Abständen überschätzt. Carving Skier, die in den vergangenen Jahren selbst ungeübten Skifahrern ein großes Sicherheitsgefühl auf Skiern vermitteln, tragen nicht unerheblich dazu bei, sich leicht selbst zu überschätzen.
Schon die kleinste Unachtsamkeit kann dann zu einem Sturz führen, bei dem sich der Oberschenkel weiter dreht, als die Kreuzbänder dies naturgemäß eigentlich zulassen. Die Folge: eine Ruptur des vorderen oder hinteren Kreuzbandes.

Die Kreuzbänder
Ihre zentrale Aufgabe ist die Erhaltung der Stabilität beim Gehen, ohne das sich der Oberschenkelknochen dabei nach vorne oder hinten über den Unterschenkelknochen hinweg schiebt.
Kreuzbandriss- Die Diagnostik
Der Arzt diagnostiziert einen Kreuzbandriss gewöhnlich mit Hilfe zweier Verfahren. Manuell wendet er den so genannten Schubladentest an, mit dem überprüft werden kann, inwiefern Ober- und Unterschenkel gegeneinander verschiebbar sind. Ist dies um ca. 0,5 cm der Fall, so ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Kreuzband gerissen.
Ein stark geschwollenes Knie wird in der Regel punktiert werden, um das Knie zu entlasten. Sollte die punktierte Flüssigkeit blutig sein, so ist auch das gewöhnlich ein Zeichen für einen Kreuzbandriss. Damit eventuell vorhandene Knochenverletzungen im Knie ausgeschlossen werden können, wird der Arzt gewöhnlich auch eine Röntgenaufnahme des betroffenen Knies machen.
Ob tatsächlich ein Kreuzbandriss vorliegt, kann mit letztendlicher Sicherheit nur durch eine Kernspintomografie diagnostiziert werden. Mit ihrer Hilfe kann sehr zuverlässig das Ausmaß des Kreuzbandrisses abgeschätzt, und die weiteren Maßnahmen getroffen werden.
Therapien beim Kreuzbandriss
90% aller Kreuzbandrupturen werden heute jedoch mit Hilfe einer so genannten Kreuzbandplastik behoben. Da das eigene gerissene Kreuzband nicht einfach wieder zusammengenäht werden kann, wird für eine Kreuzbandplastik ein Stück einer körpereigenen Sehne verwendet.
