Allergien-eine Zivilisationskrankheit auf dem Vormarsch
Frank reagiert allergisch auf Tierhaare, also muss vor seinem Besuch möglichst die Wohnung gesaugt werden. Sandra bekommt von bestimmten Cremes Ausschlag und darf deshalb nur auf bestimmte Marken zurückgreifen. Und Heike leidet nicht nur unter Heuschnupfen, sondern in regelmäßigen Abständen auch an Neurodermitis.
Wohin man in seinem eigenen Freundeskreis auch schaut, man wird schnell feststellen dass sich in diesem sehr viele Allergiker befinden, deren Immunsystem auf bestimmte Stoffe, die im Normalfall für den Körper eher unbedenklich sind, mit einer Überreaktion reagieren. Frank beispielsweise reagiert auf unsere Katze mit tränenden Augen und einer laufenden Nase, während Sandra auf verschiedene Konservierungsstoffe allergisch ist und mit einem Hautausschlag reagiert. Wie sich an dieser Stelle schon zeigt, können Allergien sehr vielfältig sein und sich auf unterschiedlichste Art und Weise äußern. Aber was passiert überhaupt bei einer allergischen Reaktion?
Allergische Reaktion
Auslöser für eine allergische Reaktion ist ein so genanntes Allergen, also ein Stoff, der vom menschlichen Immunsystem irrtümlich als potenziell gefährlich eingestuft wird. In Kontakt kommen kann man mit einem Allergen entweder über die Atemwege, über die Nahrung oder über Hautkontakt.
Bevor eine Allergie entsteht, muss es zu einem Erstkontakt mit dem Allergen gekommen sein, worauf das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert hat. Der Mediziner spricht von diesem Prozess auch als Sensibilisierung.
Kommt der Mensch danach ein erneutes Mal mit dem Allergen in Kontakt, so schlägt das Immunsystem, wie es auch seine Aufgabe sein sollte, Alarm. Es reagiert mit der Produktion einer Unmenge Antikörpern, so dass es zu einer Überreaktion des Körpers, zu einer allergischen Reaktion kommt.
Allergische Erkrankungen
Menschen können grundsätzlich gegen vieles, in unterschiedlichen Ausmaßen, allergisch sein. Sie können lediglich auf eine bestimmte Substanz allergisch reagieren, sie können aber auch in der misslichen Lage sein und mehrere unterschiedliche Allergien aufweisen. Manche Menschen leiden schon seit ihrer Kindheit unter allergischen Beschwerden, wiederum andere entwickeln erst im hohen Alter Allergien. Ein Großteil der Allergiker leidet jedoch unter einer der folgenden allergischen Erkrankungen:
- Heuschnupfen
- Nahrungsmittelallergie
- Kontaktallergie
- Tierhaarallergie
- Neurodermitis
- Allergisches Asthma

Allergien. Diagnose, Vorbeugung, Behandlung
Autor: Ingrid Füller
Preis:EUR 16,90
Broschiert: 285 Seiten
Verlag: Stiftung Warentest (27. Februar 2007)
Sprache: Deutsch
Diagnose einer Allergie
Das Problem beim ersten Auftreten von allergischen Reaktionen ist die mangelnde Information über den Allergieauslöser. Der Patient leidet plötzlich unter Symptomen wie juckende und brennende Augen und kann nicht bestimmen, welcher Stoff letztendlich zu der Reaktion geführt hat. Reagiert man allergisch auf Pollen oder auf bestimmte Tiere und wenn ja, auf welche Pollen und welche Tiere? Um das herauszubekommen gibt es eine Reihe von Testverfahren, mit deren Hilfe das Allergen ausfindig gemacht werden kann:
- Prick-Test
- Scratch-Test
- Reibe-Test
- Intrakutan-Test
- Epikutan-Test
- Inhalationstest
- Double blind placebo controlled food challenge (DBPCFC) bei Nahrungsmittelallergien
- Blutuntersuchungen
Allergie Therapien
Um die Allergiesymptome zu bekämpfen, bzw um sie zu reduzieren, greift die Medizin auf drei unterschiedliche Verfahren zurück.
- Dem Allergiker wird dazu geraten sich möglichst wenig dem Allergieauslöser auszusetzen. Weiß man also, das man allergisch auf Erdbeeren reagiert, so sollte man tunlichst keinen Erdbeerkuchen essen.
- Mit der medikamentösen Therapie versucht man die Allergiebeschwerden zu reduzieren und Entzündungen im Körper zu kurieren.
- Mit der Immuntherapie versucht man das Immunsystem des Körpers langsam an das Allergen zu gewöhnen um es letztendlich dagegen unempfindlicher zu machen.
