Phobische Störung/ Phobien
Arachnophobie ist die Angst vor Spinnen. Von dieser Phobie hat die Mehrzahl aller Menschen bestimmt schon einmal gehört. Oder die Klaustrophobie, die Angst vor engen Räumen, ist auch weitestgehend geläufig. Beschäftigt man sich jedoch näher mit der Thematik „Phobien“, dann wird man erstaunt feststellen, dass es quasi nichts gibt, wovor der Mensch keine Angst haben kann und bei so mancher phobischen Störung wird sich der interessierte Leser sicherlich fragen, ob es diese wirklich gibt, oder ob es sich dabei um einen Scherz handelt.

Phobien-Was uns Angst machen kann
Oder die Angst vor dem Zahnarzt, die so genannte Oralophobie, kann eine Vielzahl von Menschen sicherlich verstehen. Wer geht schon schließlich gerne zum Zahnarzt?
Dann gibt es aber Phobien, die sich zugegebenermaßen merkwürdig anhören. Die Bargainophobie ist beispielsweise eine davon. Bei ihr handelt es sich um die Angst vor Ausverkäufen. Da fragt man sich doch, wie entsteht so was und sind Männer von dieser Phobie häufiger betroffen als Frauen?
Ebenso kurios wie die Bargainophobie ist die Cathisophobie, bei der es sich um die Angst vor dem Sitzen handelt. Was tun Cathisophobiker? Stehen oder liegen sie den ganzen Tag, musste ein Cathisophobiker in seiner Kindheit die ganze Zeit sitzen und durfte nur wenig aufstehen?
Eins meiner persönlichen Highlights ist jedoch die Octophobie, die Angst vor der Zahl 8. So etwas gibt es wirklich, auch wenn mir, wie bei so mancher Phobie, schleierhaft ist, wie sich a) solch’ eine Krankheit äußert und b) wodurch sie ausgelöst wurde. Vermeiden Octophobiker die Zahl 8 zu schreiben, oder haben sie Probleme mit der Wahl eine Telefonnummer, die diese Zahl enthält?
Phobische Störung- Was ist das überhaupt
Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet grundsätzlich zwischen 3 Phobieklassen.
Unter dem Begriff Agoraphobie, der Platzangst, werden die phobischen Störungen zusammengefasst, in deren Mittelpunkt die Angst vor öffentlichen Plätzen und Räumen, bzw. die Angst vor Situationen steht, aus denen die Flucht oder eine eventuell notwendige Hilfe durch andere Personen schwierig wäre.
Ein klassisches Beispiel für eine Agoraphobie ist die Demophobie, die Angst vor Menschenmassen und überfüllten Plätzen. Menschen, die an einer Agoraphobie leiden, sind in vielen Fällen auf die Hilfe vertrauter Menschen angewiesen um ihren Alltag zu meistern. In schlimmen Fällen können diese Phobien zu Selbstisolation führen oder durch Panikattacken begleitet werden.
Das kennzeichnende Merkmal einer sozialen Phobie ist die Angst von anderen Menschen negativ bewertet bzw. beobachtet zu werden. Die Katagelophobie, die Angst lächerlich gemacht zu werden, fällt in die Gruppe der sozialen Phobien. Menschen, die an einer sozialen Phobie leiden meiden entweder andere Menschen, oder bestimmte Situationen in denen sie auf andere Menschen treffen.
Die meisten Phobien fallen jedoch unter die spezifischen isolierten Phobien. Dabei handelt es sich um Ängste vor bestimmten Gegenständen, Tieren, Situationen oder Personen. Je nach Situation und Lebensumständen kann eine isolierte Phobie das Leben des Betroffenen erheblich einschränken, oder nur wenig beeinflussen.
Jemand der unter Agrizoophobie, der Angst vor wilden Tieren leidet, wird in Deutschland vermutlich relativ problemlos leben können. Ein Eisenbahnschaffner, der hingegen unter Amakaphobie, der Angst vor Eisenbahnen leidet, wird sich ohne Therapie sicherlich nach einem neuen Job umsehen müssen.
Menschen, die im Übrigen vor allem Angst haben, leiden unter einer Panophobie.
Angst haben leicht gemacht. Phobien für moderne Neurotiker
Preis:EUR 12,95
Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (2007)
Sprache: Deutsch

