Was musste der Fernsehzuschauer in den letzten Jahren nicht alles ertragen: Menschen, die sich in einen Container sperren und dabei filmen lassen, selbsternannte Gesangstalente in diversen Casting Shows oder auch B-Promis, die zum Survivaltraining in den Dschungel ziehen.
Was jetzt jedoch auf den niederländischen Fernsehzuschauer zukommen wird, ist im ersten Moment schwer zu glauben. In der „Großen Spendershow“ („De grote Donorshow“), die am 1. Juni im holländischen Fernsehen ausgestrahlt wird, kämpfen drei Nierenkranke um ein neues Spenderorgan, das von einer todkranken Niederländerin nach deren Tod zu Verfügung gestellt wird. Per SMS sollen die Fernsehzuschauer darüber abstimmen, welcher der drei Kandidaten in den Genuss des neuen Organs kommen wird.
Seit Bekanntwerden des Showkonzepts muss sich der niederländische Fernsehsender BNN zahlreichen Kritiken aussetzen. „Moralisch falsch“, „verwerflich“ und „unethisch“ sind da nur einige Ausdrücke die im Zusammenhang mit der Organspendershow fallen. Der Sender selbst rechtfertigt sich, indem er vorgibt, auf das Problem fehlender Organspender aufmerksam zu machen. Immerhin habe durch die Sendung jeder der drei Kandidaten eine 33% Chance das begehrte Spenderorgan zu erhalten. Das wäre immerhin mehr als jeder regulär wartende Transplantationspatient auf einer Warteliste hätte. Das in der „grote Donorshow“ aber nicht nur eine todkranke Frau in den Mittelpunkt der Sendung gerückt wird, sondern auch drei Transplantationskandidaten, die buchstäblich um ihr Leben spielen, scheint die Verantwortlichen der Sendung nicht sonderlich zu interessieren.
Der BNN-Gründer Bart de Graaf, war selbst vor einigen Jahren an einem Nierenleiden, und aufgrund eines fehlenden Spenderorgans gestorben. „Die große Spendershow“ soll damit auch zum Gedenken an den großen holländischen Entertainer ausgestrahlt werden.
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