Hypochondrie- Die Angst vor Erkrankungen
Harald Schmidt ist einer und auch Jürgen von der Lippe bekennt sich zu seiner Hypochondrie. Während beide Entertainer jedoch verstärkt humoristischen Nutzen aus dieser Störung ziehen, und gegenseitig mit ihren eingebildeten Krankheiten kokettieren, so gibt es in der Tat viele Menschen, die unter der Angst leiden von einer Krankheit betroffen zu sein, für die es offenkundig jedoch keine Erklärung gibt. Bei nur wenigen Menschen ist dabei das Krankheitsbild gänzlich ausgeprägt. Vereinzelte hypochondrische Züge hat dagegen fast jeder Mensch.
Man spricht bei einer Hypochondrie auch von einer somatoformen Störung bei der Patienten über körperliche Beschwerden klagen, für die, aus medizinischer Sicht, keine Erkrankung verantwortlich gemacht werden kann. Auch die Selbstwahrnehmung eines Hypochonders ist stark gestört. Bereits minimale körperliche Veränderungen können für einen Hypochonder zu dem Gefühl führen an einer schweren Krankheit zu leiden.
Da in den meisten Fällen keine medizinische Ursache für die Beschwerden gefunden wird, wechseln Hypochonder auch vielfach ihren behandelnden Arzt. Dies hat häufig zwei Gründe. Zum einen zweifelt der Hypochonder vehement an der Diagnose des Arztes, die nicht selten einen psychosomatischen Hintergrund aufweist. Zum anderen erhofft sich der Patient Bestätigung und Aufmerksamkeit vom Arzt, wie auch seinem sonstigen Umfeld, zu erhalten.
Behandlung der Hypochondrie
In der Regel begibt sich der Hypochonder mit seinen Beschwerden zunächst in die Hände seines Hausarztes. Diesem wird bei der Behandlung eines Hypochonders ein großer Balanceakt abverlangt. Zum einen muss er in erster Linie die beschriebenen Beschwerden des Patienten ernst nehmen, da immer die Gefahr besteht, dass selbst der größte Hypochonder erkrankt. Kann ein rein medizinischer Grund für die Symptome ausgeschlossen werden, so muss der Arzt unbedingt versuchen die Unbedenklichkeit der Beschwerden zu vermitteln. Von weiteren Behandlungen wird häufig abgeraten, da sich der Hypochonder auf diese Weise bestätigt fühlt. Allerdings läuft man als Arzt dann Gefahr den Patienten an einen Kollegen zu verlieren.
Wirklich helfen kann einem Hypochonder letztendlich nur eine Psychotherapie, auch wenn er diese erst einmal ablehnen wird.
