Dopingmethoden- Wenn die Leistung künstlich gepusht wird
Im Moment jagt beim Radsport Team Telekom ein Dopinggeständnis das andere. Nachdem sich die beiden Ex-Profis Bert Dietz und Christian Henn geoutet hatten, geben auch die Freiburger Teamärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich ihre aktive Beteiligung an den Dopingmachenschaften des Team Telekom in den 90iger Jahren zu. Auch der ehemalige Edelhelfer von Jan Ullrich, Udo Bölts hat das Doping mit EPO zugegeben, nachdem seine Vertragsverlängerung beim Team Telekom 1995/96 in den Sternen stand.
Aber was ist EPO überhaupt und welche Methoden werden unerlaubterweise noch angewendet, um eine Leistungssteigerung zu erreichen?

EPO- Mehr Leistung durch sauerstoffreiches Blut
Erythropoetin, abgekürzt auch EPO genannt, ist ein Hormon das der menschliche Körper in den Nieren bildet. Seine primäre Funktion ist die Bildung von roten Blutkörperchen, die Sauerstoff in der Lunge an sich binden und diesen Sauerstoff an die Körperzellen abgeben.
Je mehr rote Blutkörperchen ein Sportler also besitzt, umso mehr Sauerstoff kann im Körper transportiert werden, was letzten Endes die Leistungs- und Ausdauerfähigkeit eines Sportlers enorm heraufsetzen kann.
1983 gelang es Forschern erstmalig EPO auch künstlich herzustellen. Damit wurde dem Doping mit EPO Tür und Tor geöffnet. Der Vorteil bestand zunächst darin, das künstlich hergestelltes EPO vom körpereigenen EPO nicht zu unterscheiden war und demnach einem Sportler ein Dopingversuch auch nicht nachgewiesen werden konnte. Erst seit 2000 kann Doping mit EPO im Urin eines Sportlers nachgewiesen werden.
Unabhängig davon, das EPO größtenteils als Dopingmittel gekannt wurde, wird es in erster Linie zu therapeutischen Zwecken bei der Behandlung von Blutarmut von Dialysepatienten eingesetzt, deren Körper Aufgrund von Nierenversagen nicht mehr in der Lage ist ausreichend rote Blutkörperchen zu produzieren.
Blutdoping-Sauerstoffreiches Blut durch Transfusionen
Im Zusammenhang mit unerlaubten Dopingmethoden ist nicht nur die Behandlung mit Erythropoetin (EPO) bekannt, sondern auch das so genannte Blutdoping.
Dabei handelt es sich um eine kombinierte Behandlung aus Höhentraining und Bluttransfusion. Durch ein Höhentraining des Sportlers vermehren sich auf natürliche Weise die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut. Genauso wie beim Doping mit EPO kann während eines Höhentrainings der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht, und damit die Leistungs- und Ausdauerfähigkeit gesteigert werden. Nach dem Höhentraining wird dem Sportler eine gewisse Menge Blut entnommen, die ihm, kurz vor einem Wettkampf über eine Transfusion wieder zugeführt wird. Blutdoping mit körpereigenem Blut kann im Gegenzug zum Blutdoping mit Fremdblut nicht nachgewiesen werden. Erst nachdem im Jahr 2000 ein Nachweisverfahren für EPO entwickelt werden konnte, wurde das Blutdoping unerlaubterweise verstärkt eingesetzt. Blutdoping zählt seit 1988 zu den illegalen Dopingmethoden.
