Amyotrophische Lateralsklerose (ALS)
Der bekannte deutsche Künstler Jörg Immendorff hatte jahrelang gegen die Amyotropischen Lateralsklerose, eine heimtückische Erkrankung des motorischen Nervensystems, zu kämpfen. Am 28. Mai 2007 erlab Immendorff der Krankheit, gegen die er sich jahrelang zu wehren versucht hatte.
Aber um was für eine Krankheit handelt es sich bei Amyotropischen Lateralsklerose überhaupt?
ALS, wie die Krankheit in Fachkreisen abgekürzt wird, ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems des Menschen. Das bedeutet, die Neuronen, die für die Bewegungsabläufe im menschlichen Körper zuständig sind (Motoneuronen) zerfallen, so dass es im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit zu Muskellähmungen und Atemlähmungen kommt. Die Symptome der ALS können zwar medikamentös gemildert werden, die Krankheit selbst verläuft jedoch tödlich.
Symptome und Krankheitsverlauf der Amyotropischen Lateralsklerose/ ALS
Im weiteren Verlauf der Krankheit werden immer mehr Muskelgruppen von Zerfall der Nerven betroffen. So können ALS-Patienten irgendwann ihre Arme und Beine nur noch sehr eingeschränkt, und irgendwann gar nicht mehr bewegen. Gleichzeitig kommt es aber auch zu starken Muskelkrämpfen bei den Patienten.
Im späten Stadium der Krankheit ist auch die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen. Als Konsequenz daraus leiden ALS-Patienten verstärkt unter Atemnot, können Nahrung nicht mehr schlucken und erkranken häufig an Lungenentzündungen.
Anders als bei Querschnittslähmung sind bei ALS-Patienten zwar einzelne Muskelgruppen gelähmt, aber sie sind dennoch in der Lage Berührungen und Reize wahrzunehmen. Auch die geistigen Fähigkeiten der Patienten bleiben bis zu deren Tod erhalten.
Ursachen und Therapien
Bedingt durch keinen klar bewiesenen Auslöser für die Krankheit, bietet die Medizin bisher auch noch keine wirkungsvollen Therapien gegen ALS an.
Medikamente mit dem Wirkstoff Riluzol werden vor allem dann eingesetzt, wenn es darum geht den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Mit Hilfe von krankentherapeutischen Maßnahmen versucht man zusätzlich einzelne Muskelgruppen so lange wie möglich zu erhalten. Ansonsten sind der Medizin weitestgehend die Hände gebunden.
Der Einsatz von medizinischen Hilfsmitteln soll dem Patienten so lange wie möglich dabei helfen seine Eigenständigkeit zu bewahren.
Im Jahr 2005 sorgte der damals schon schwer erkrankte Immendorff bundesweit für Schlagzeilen. In seinem Kampf gegen ALS versprach er sich Hoffung durch eine in China praktizierte Therapie, die mehr als umstritten ist. Im Rahmen dieser Therapie ließ sich der Maler Zellen von abgetriebenen Föten in sein Gehirn spritzen um auf diese Weise den fortschreitenden Motoneuronenzerfall zu stoppen. Ob diese Therapie ihm zwei zusätzliche Jahre schenkte konnte nicht bewiesen werden.
Weiterführende Informationen zum Thema ALS findet man auf der Seite Lateralsklerose.info.de

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