Vogelgrippe ausgelöst durch das H5N1-Virus
10 Monate war es her, seit in Deutschland zum letzten Mal Fälle von Vogelgrippe registriert werden konnten. Am vergangenen Wochenende wurden in Nürnberg jedoch 8 verendete Wildvögel gefunden, die sich mit dem, auch für Menschen gefährlichen, H5N1-Virus infiziert hatten. Zwar ist die Ansteckungsgefahr für Menschen sehr gering, arbeitet man jedoch im täglichen Kontakt mit infizierten Tieren, so setzt man sich einem hohen gesundheitlichen Risiko aus, das, im Falle einer Ansteckung, für den Menschen nicht selten den Tod bedeutet. Aus diesem Grund werden die Menschen stets darum gebeten, beim Fund von toten Vögeln, diese nicht anzufassen.
Kann sich die Vogelgrippe unter Menschen ausbreiten?
Lange Zeit waren sich die Forscher nicht sicher, ob der H5N1-Virus überhaupt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, da sich der Erreger der Vogelgrippe vorzugsweise in den unteren Atemwegen einnistet und so weniger schnell durch Husten oder Schnupfen verbreitet werden kann.
Mittlerweile sind sich Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO jedoch sicher, dass sich das Vogelgrippe Virus auch unter Menschen ausbreitet und dort für einzelne Todesfälle sorgt. So sollen laut Statistiken der WHO zwischen 2003 und Ende 2006 157 von 261 registrierten infizierten Menschen an dem H5N1-Virus gestorben sein. Im Vergleich dazu: Allein in Deutschland sterben jährlich 20.000 Menschen an den Folgen einer Infektion Humaninfluenza-Viren.
Horrorszenario Kreuzung von Grippeviren
Im Zusammenhang mit neuen Vogelgrippefällen sprechen immer mehr Experten von möglichen Szenarien bei denen es zu einer Kreuzung zwischen dem Vogelgrippe Virus H5N1 und den Erregern der Humangrippe kommen könnte. In diesem Fall würde ein neuer Virustyp mit veränderten Ansteckungs- und Verlaufseigenschaften entstehen, der, rein theoretisch eine Pandemie, also eine länderübergreifende Virusausbreitung, auslösen könnte.
Impfung gegen Vogelgrippe beim Menschen
Eine Impfung gegen den H5N1-Virus gibt es bislang noch nicht, da dieser gegen die mutierte Form des Grippevirus wirken müsste, der im Rahmen einer Pandemie entstehen würde. Anhand der zur Zeit bekannten Varianten des H5N1-Viren entwickeln Wissenschaftler jedoch im Moment so genannte Prototyp-Impfstoffe. Mit der auf diese Weise gesammelten Erfahrungen erhofft man sich im Falle einer Vogelgrippe Pandemie zügig einen entsprechenden Impfstoff entwickeln zu können.
Eine herkömmliche Grippe-Schutzimpfung wirkt zwar nicht gegen den H5N1-Virus, allerdings wird sie bei Reisen in Vogelgrippegebiete prophylaktisch empfohlen, da so eine normale humane Grippe vermieden werden kann, und es zu keiner Kreuzreaktion zwischen beiden Grippeviren kommen kann.
Vogelgrippe-Symptome beim Menschen
Der Unterschied zwischen der humanen Grippe und der Vogelgrippe lässt sich im Anfangsstadium ohne Blutuntersuchung nicht feststellen. Die WHO empfiehlt zunächst eine Inkubationszeit von 7 Tagen vorauszusetzen. Es sind aber auch Fälle beobachtet werden, in denen zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit 2 bis 17 Tage lagen. Typisch für die Vogelgrippe ist das Auftreten einer Lungenentzündung im frühen Stadium der Erkrankung. Folgende Symptome konnten im Zusammenhang mit der Vogelgrippe beim Menschen beobachtet werden:
- Fieber
- Husten
- Atemnot
- Halsschmerzen
- Magen-Darm Beschwerden
- Lungenentzündung
- Erhöhte Leberwerte
- Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen
