Heilfasten- Reinigung des Körpers oder gefährliches Abnehmen?
Bei fast keinem Thema gehen die Meinungen über Sinn und Unsinn so weit auseinander wie beim Heilfasten. Die einen sagen es wäre gesund für den Körper, da es unerwünschte Giftstoffe aus dem Körper schwemmt und den Körper mobilisiert und neue Energie verspricht. Die anderen halten Heilfasten für unsinnig, je nach praktizierter Variante kann Heilfasten sogar schädliche Auswirkungen auf den Körper haben. Aber was ist Heilfasten überhaupt?
Was ist Heilfasten?
Das Prinzip des Heilfastens besteht darin, über einen bestimmten Zeitraum keine feste Nahrung zu sich zu nehmen. Auch Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten sind während dieser Zeit absolut tabu. Stattdessen ernährt man sich, abhängig von der gewählten Heilfasten-Variante, ausschließlich von Wasser, Obstsäften, Kräutertees und klarer Gemüsebrühe.
Da dem eigentlichen Heilfasten eine umfangreiche Darmentleerung mit Hilfe von Glaubersalz, vorausgeht, und der Darm in der folgenden Heilfastenzeit mit keinen festen Nahrungsmitteln konfrontiert wird, bedeutet dies eine Entlastung des Magen-Darm Trakts. Zusätzlich dazu werden die Fettreserven des Körpers angegriffen und der gesamte Stoffwechsel des menschlichen Körpers stellt sich um.
Nach Beendigung des Heilfastens muss der Körper zunächst wieder langsam an feste Nahrung gewöhnt werden. Aus diesem Grund müssen auch so genannte Aufbautage durchgeführt werden, an denen möglichst nur sehr kleine Portionen frischer Nahrungsmittel zu sich genommen werden dürfen.
Vorteile des Heilfastens
Durch die Umstellung des Stoffwechsels schüttet der Körper verstärkt Glückshormone aus. Aus diesem Grund empfinden viele Menschen während des Heilfastens ein enormes Glücksgefühl. Das Heilfasten kann, nach Aussagen von Heilfastenanhängern, also nicht nur den Darm Reinigen, sondern die Psyche positiv beeinflussen. Der Mensch wird leistungsfähiger, entwickelt neue Energiereserven und kann selbst chronischen Beschwerden zu Leibe rücken.
Dass während des Heilfastens die Fettdepots des Körpers angegriffen werden, und der Mensch bedingt dadurch einige Kilos an Körpergewicht verlieren kann, empfinden viele Menschen als einen weiteren positiven Aspekt des Heilfastens. Heilfasten jedoch ausschließlich als Diätvariante zu betrachten wäre falsch.
Nachteile des Heilfastens
Viele Menschen werden besonders zu Beginn des Heilfastens mit körperlichen Beschwerden konfrontiert. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden sind durchaus keine Seltenheit. Probleme kann es aber auch geben, wenn das Heilfasten zu früh abgebrochen wird. In der Regel empfiehlt man eine Heilfastendauer von 10 Tagen. Bricht man diese Kur früher ab, so kann es zu schweren Magen-Darm-Störungen kommen.
Gesundheitsexperten warnen auch vor der Entstehung von Gallensteinen bedingt durch das Heilfasten, da der Darm über längere Zeit ruht und die nicht benötigte Galle dazu tendiert in dieser Zeit zu kristallisieren. Bei vielen Menschen ist damit der Anfangsstein für die spätere Entwicklung von Gallensteinen gelegt.
Wer darf eine Heilfastenkur machen?
Grundsätzlich können gesunde Menschen zwischen 16 und 65 Jahren eine Heilfastenkur in Eigenregie zu Hause durchführen. Allerdings empfiehlt sich hierbei eine vorausgehende umfangreiche Information über das Thema Heilfasten und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Am besten ist es, wenn man diesbezüglich seinen Hausarzt zu Rate zieht. Dieser kann weitere wertvolle Tipps geben, Ihnen zu- oder gegebenenfalls sogar vom Heilfasten abraten.
Wer darf nicht Heilfasten?
- Menschen mit Essstörungen
- Schwangere
- Krebspatienten
- Tuberkolosepatienten
- Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion
- Menschen mit chronischen Magengeschwüren
- Geschwächte Menschen
- Sehr alte Menschen
Mach’s dir leichter! Leib und Seele entrümpeln - Ein Fastenführer
Autor: Peter Müller
Preis:EUR 14,95
Broschiert: 197 Seiten
Verlag: Kösel (Februar 2007)

Juli 29th, 2007 at 09:14
Dieser Artikel ist eine ausgezeichnete Zusammenfassung zum Heilfasten: neutral und objektiv.
Eine Anmerkung sei gestattet: Die “Schlacke”-Diskussion ist irrelevant und wird geführt, ohne sich der physiologischen Tatsachen bewusst zu sein. Schlacke fallen selbstverständlich im Körper an. In der Medizin heißen diese: Stoffwechselendprodukte.
Bei den meisten chronischen Krankheiten liegt eine Blockieruung der Ausscheidung vor.
Deshalb muss Heilfasten auch “richtig” unterstützt werden, sodass es nicht zu den beschriebenen Beschwerden kommt, wenn die Schlacke im Rahmen des Heilfastens wieder mobilisiert werden.