Abhängigkeiten: Wenn das Verlangen zur Sucht wird
Neuen Umfragen zu Folge konsumieren die Deutschen, trotz stetig steigender Tabakpreise, nicht nur mehr Tabak als noch vor einigen Jahren, auch der Konsum von alkoholischen Getränken steigt in deutschen Landen stetig an. Besonders der Alkohol- und Tabakkonsum von Jugendlichen nimmt immer bedenklichere Formen an. Während sich die Jugend am Wochenende auf so genannten Flatrate-Partys bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt, wissen nur wenigsten, das damit nicht selten der Grundstein zu einer späteren Alkoholabhängigkeit gelegt werden kann. Aber was ist eine Sucht überhaupt und ab wann spricht man eigentlich von einer Abhängigkeit?
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Sucht vs. Abhängigkeit
Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Sucht und Abhängigkeit nicht selten synonym zueinander verwendet. Offiziell spricht die Weltgesundheitsorganisation WHO seit 1967 jedoch nicht mehr von einer Sucht, sondern vielmehr von der Abhängigkeit.
Aber was genau ist eine Abhängigkeit überhaupt? Ganz allgemein versteht man unter einer Abhängigkeit das Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei man hier zwischen einer körperlichen Abhängigkeit und der psychischen Abhängigkeit unterscheiden kann.
Aus diesem Grund definiert die WHO Abhängigkeit als „einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen.“
Neben der körperlichen und psychischen Abhängigkeit kann man aber auch zwischen der stoffgebundenen und der nicht-stoffgebundenen Abhängigkeit unterscheiden. Während der Abhängige im ersten Fall auf bestimmte Substanzen wie beispielsweise Alkohol, Nikotin, Medikamente usw. zurückgreift, um sein Verlangen zu befriedigen, so wenden sich nicht-stoffgebundene Abhängige bestimmten Tätigkeiten des alltäglichen Lebens im gesteigerten Umfang zu. Beispiele für nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten sind die Kaufsucht, die Internetsucht, oder ein exotisches Beispiel wie die Tanorexie.
Aber ganz egal ob körperlicht, psychisch, stoffgebunden oder stoffunabhängig, eines haben diese Abhängigkeiten gemeinsam. Gelingt es dem Abhängigen nicht, sich innerhalb bestimmter Zeitabstände mit seiner „Droge“ zu versorgen, so reagiert der Körper in der Regel mit Entzugserscheinungen, da das Gehirn nicht mehr dazu angeregt wird das körpereigene Glückshormon Dopamin auszuschütten.
Symptome einer Abhängigkeit
Abhängig von der Art der Abhängigkeit kann ein Süchtiger eine ganze Reihe von körperlichen und psychischen Symptomen aufweisen.
Die häufigsten psychischen Störungen sind:
- Depressionen
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Unruhe und innere Anspannung
- Gleichgültigkeit
- Isolierung von der Umwelt
- Eurphorie
- Angst
Häufig beobachtete körperliche Symptome einer Abhängigkeit:
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Schwitzen
- Schüttelfrost
- Neurologische Ausfälle
- Herzrasen
- Krampfanfälle
- Herz-Kreislaufversagen
- Leberschäden
- Nierenschäden
- Hirnschäden
Therapie einer Abhängigkeit
Viele Abhängige leugnen bis zu einem gewissen Grad ihre Sucht mit dem Argument, sie könnten jederzeit mit ihrem Verhalten aufhören. Aus diesem Grund muss ein Abhängiger sich selbst und seiner Umwelt seine Sucht eingestehen. Bei stoffgebundenen Süchten erfolgt in der Regel stets ein körperlicher Entzug von dem Suchtauslöser. Man spricht hier auch von der so genannten Entgiftungsphase. In der anschließenden Entwöhnungs- und Rehabilitationsphase muss der Abhängige lernen, seinen Lebensablauf auch ohne die bisher eingenommenen Drogen zu bewältigen. Nicht selten werden hier auch die Familienangehörigen des Patienten in die Therapie mit einbezogen.
