Therapeutisches Reiten: Therapieansätze zu Pferd
Jeder Reiter weiß um die entspannende Wirkung, die der Gang des Pferdes auf den menschlichen Körper haben kann. Warum also diese Eigenschaft des Pferdes nicht zu therapeutischen Zwecken einsetzen? Therapeutisches Reiten heißt hier das Zauberwort. Egal ob man mit der Hippotherapie mehr den medizinisch, neurophysiologischen Ansatz verfolgt, oder ob man sich im Rahmen des Heilpädagogische Voltigierens/Reitens einen pädagogischen Nutzen verspricht, die meisten Kinder profitieren in der Tat erheblich von der gemeinsamen Interaktion mit dem Pferd.
Die Hippotherapie
Bei der Hippotherapie wird grundsätzlich ein medizinischer Ansatz verfolgt. Aus diesem Grund wird sie stets von einem behandelnden Arzt begleitend unterstützt und auch auf dessen Anraten hin verordnet.
Im zentralen Mittelpunkt dieser Therapievariante steht die Behandlung des Patienten mit Hilfe der vom Pferd ausgehenden dreidimensionalen rhythmischen Schwingungen, die im Schritt auf den Rumpf des Reiters übertragen werden.
Auf diese Weise können nicht nur orthopädische bedingte Erkrankungen verbessert werden, sondern auch Schäden am zentralen Nervensystem gelindert werden. In der Regel verbessert sich durch die Hippotherapie nicht nur das Gleichgewicht des Patienten. Auch die Körpermuskulatur wird gestärkt und wirkt sich damit positiv auf den Bewegungs- und Stützapparat aus.
Während der Hippotherapie wird das Therapiepferd am langen Zügel im Schritt geführt. Ein speziell ausgebildeter Physiotherapeut mit Zusatzausbildung in der Hippotherapie leitet die Therapieeinheit mit dem Patienten. Je nach Verfassung des Patienten wird die Hippotherapie 1-2 Mal wöchentlich für je 20 Minuten durchgeführt.
Heilpädagogisches Reiten und heilpädagogisches Voltigieren
Während die Hippotherapie den medizinischen Aspekt verfolgt, setzen das heilpädagogische Reiten und Voltegieren verstärkt auf einen pädagogisch-psychologischen Ansatz.
Zielpersonen sind hier neben verhaltensauffälligen Menschen auch lern- oder geistig behinderten sowie psychisch kranken Menschen.
Im Zentrum dieser Therapievariante steht der ganzheitliche Umgang mit dem Pferd, also neben dessen Pflege auch das Reiten oder Voltegieren auf dem Pferd und die Integration in eine Gruppe von Gleichgesinnten.
Über diese Maßnahmen wird nicht nur das Selbstbewusstsein der Patienten gestärkt, sondern auch die Frustrationsgrenze herabgesetzt und der Umgang mit Ängsten geschult.
Geleitet wird das heilpädagogische Reiten oder Voltegieren durch einen Pädagogen oder Psychologen mit einer entsprechenden Zusatzausbildung
Kosten des therapeutischen Reitens
Da der Nutzen des therapeutischen Reitens nicht nachgewiesen ist, ordnet die Krankenkasse diese Therapie unter die nicht verordnungsfähigen Heilmittel ein und muss daher in der Regel aus eigener Tasche bezahlt werden. Mit Hilfe eines ärztlichen oder pädagogischen Gutachtens kann man dennoch versuchen einen Zuschuss von der Krankenkasse zu erhalten.
